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Probiere das wohl stärkste Riechsalz der Welt

Riechsalz Ratgeber

Riechsalz richtig anwenden: Abstand, Ablauf und die häufigsten Fehler

Athlet im KSV-Frankfurt-Shirt legt Handgelenkbandagen an, schwarzer Gewichthebergürtel in der Hand
Der Impuls gehört ans Ende der Vorbereitung, nicht an den Anfang.

Riechsalz ist kein Pulver, das du dosierst, und kein Getränk, das du trinkst. Es ist ein kurzer, scharfer Reiz auf die Schleimhäute. Genau deshalb entscheidet die Anwendung darüber, ob der Reiz sauber ankommt oder ob du dir nur die Nase verbrennst. Die Fehler, die man in fast jedem Gym sieht, sind immer dieselben: zu nah, zu tief, zu oft. Hier stehen der Ablauf, der Abstand, der richtige Moment und die Grenze, ab der es nicht mehr um Training geht, sondern um Risiko. Wenn du zuerst wissen willst, was überhaupt in der Dose ist, lies unsere Erklärung dazu, was Riechsalz ist.

Was im Moment des Einatmens passiert

Ammoniakdampf reizt die Schleimhäute in Nase und Lunge. Das British Journal of Sports Medicine beschrieb 2006, dass daraus ein Einatemreflex entsteht: Die Atmung springt an. Mehr sagt diese Quelle über den Mechanismus nicht, und mehr behaupten wir hier auch nicht.

Messbar ist darüber hinaus, was eine Übersichtsarbeit im Fachjournal Sports Health 2024 zusammenfasst: Die Hirngefäße erweitern sich, die Herzfrequenz steigt, der Blutdruck bleibt unverändert. Eine Untersuchung im European Journal of Sport Science zeigte 2022, dass nach dem Inhalieren die Erregung und die selbst wahrgenommene Leistung steigen.

Und jetzt der Satz, den du auf kaum einer Verkaufsseite findest: Ein Wach- oder Energieeffekt ist nicht belegt. Das National Capital Poison Center hält ausdrücklich fest, dass Riechsalz nicht nachweislich Energie liefert, Müdigkeit verhindert oder wach macht. Was du bekommst, ist ein deutlicher Reiz und ein Anstieg von Erregung und subjektivem Empfinden. Das ist real. Es ist nur etwas anderes als ein Wachmacher, und wer es dir so verkauft, verspricht dir eine Wirkung, die keine Studie zeigt.

Schritt für Schritt

  • Vorbereiten. Die Dose wird von dir aktiviert, damit sie frisch bleibt. Aktiviere sie einmalig nach der Anleitung auf der Dose. Diese Anleitung und die Kennzeichnung auf dem Etikett haben immer Vorrang vor jeder Seite im Netz, auch vor dieser.
  • Ausatmen. Atme aus, bevor du den Deckel öffnest. So kontrollierst du den einen Atemzug, der gleich folgt.
  • Abstand halten. Öffne die Dose und halte sie 10 bis 15 cm vor die Nase. Diesen Abstand nennt das British Journal of Sports Medicine 2006 ausdrücklich, und er ist unsere Anwendungsvorgabe für alle unsere Dosen. Nie direkt an die Nasenlöcher, nie in die Dose hineingedrückt.
  • Einmal kurz einatmen. Ein flacher, kurzer Zug durch die Nase. Kein tiefer Atemzug, kein zweiter hinterher. Halte die Dose dabei nicht direkt unter die Augen, Ammoniak reizt laut National Capital Poison Center auch Augen und Haut.
  • Sofort schließen. Deckel zu, Dose weg, Kopf zur Hantel. Eine offene Dose gibt weiter Ammoniak an die Luft ab, und das reizt nicht nur dich, sondern alle im Umkreis.

Der richtige Moment

Die Dose gehört ans Ende deiner Vorbereitung, nicht an den Anfang. Erst Gürtel, Bandagen und Chalk, dann der Zug aus der Dose, dann an die Stange. So steht zwischen dem Reiz und dem Versuch nichts mehr.

Wie lange dieser Reiz anhält, sagt dir hier niemand. Keine der Studien, die wir zitieren, hat eine Wirkdauer oder ein Zeitfenster gemessen. Wer dir eine Sekundenzahl nennt, hat sie erfunden. Unsere Empfehlung ist deshalb eine Reihenfolge und keine Stoppuhr.

Dazu die zweite ehrliche Einordnung. Die Übersichtsarbeit in Sports Health kommt 2024 zu dem Schluss, dass sich ein leistungssteigernder Nutzen bei wiederholten hochintensiven Belastungen zeigt, für den einzelnen maximalen Versuch dagegen nicht. Eine Untersuchung im Research Quarterly for Exercise and Sport fand 2023 ebenfalls einen Nutzen bei wiederholten hochintensiven Belastungen. Für den Top-Single im Kreuzheben heißt das: Du spürst den Reiz, aber ein Kilo mehr auf der Stange folgt daraus nicht automatisch.

Die häufigsten Fehler

  • Zu nah. Die Dose an die Nase oder in die Nase zu drücken, ist der gefährlichste der üblichen Fehler. Ammoniak reagiert mit der Feuchtigkeit im Gewebe und kann dort verbrennen, darauf weist das National Capital Poison Center ausdrücklich hin.
  • Zu tief. Ein tiefer Zug reizt Atemwege und Augen zusätzlich. Husten und tränende Augen sind die übliche Folge.
  • Falscher Moment. Aufmachen, riechen, und dann noch den Gürtel suchen. Damit hast du die Reihenfolge aus dem vorigen Abschnitt genau umgedreht.
  • Zu oft. Vor jedem Satz, im Warm-up, zwischendurch aus Gewohnheit. Das ist der Punkt, an dem die Anwendung kippt.

Warum du nicht nachlegst

Das National Capital Poison Center beschreibt Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen und weist darauf hin, dass längeres oder wiederholtes Inhalieren ernsthafte Gefahren birgt, bis hin zu einem dokumentierten Todesfall eines 14-Jährigen nach wiederholtem Inhalieren. Dieselbe Quelle hält fest, dass die FDA 2023 vor Produkten gewarnt hat, die als Energie- und Wachheitsmittel vermarktet werden. Genau diese Vermarktung findest du auf dieser Seite deshalb nicht.

Unsere Regel ist einfach: ein kurzer Zug vor dem schweren Versuch. Nicht vor jedem Satz, nicht als Ritual über die ganze Einheit hinweg. Wer Asthma oder eine Atemwegserkrankung hat, lässt die Dose ohne ärztliche Rücksprache zu. Weitere Fragen dazu beantworten wir in unseren häufigen Fragen.

Kein Einsatz bei Kopftreffern, Ohnmacht oder Schwindel

Hier müssen wir deutlich werden. Riechsalz hat in der Versorgung von Kopfverletzungen nichts verloren. Die Übersichtsarbeit in Sports Health formuliert 2024 unmissverständlich, dass es dabei keine Rolle spielt und Symptome einer Gehirnerschütterung verschleiern kann. Das British Journal of Sports Medicine hielt 2006 fest, dass Riechsalz bei einer Gehirnerschütterung sehr wahrscheinlich nicht hilft und dass der eigentliche Gefahrenpunkt die verzögerte ärztliche Abklärung ist.

Wenn jemand im Gym einen Schlag auf den Kopf bekommt, umkippt oder benommen ist, ist Riechsalz die falsche Antwort. Eine bewusstlose Person weckst du damit nicht, du verzögerst nur die Hilfe, die sie braucht. Dann zählt medizinische Abklärung, sonst nichts.

Was Riechsalz nicht leistet

Eine Untersuchung im European Journal of Sport Science zeigte 2022, dass Erregung und selbst wahrgenommene Leistung nach dem Inhalieren steigen, die gemessene neuromuskuläre Leistung aber nicht. Dazu passt eine Studie im Journal of Strength and Conditioning Research von 2018: Sie fand bei trainierten Männern eine höhere maximale Rate des Kraftanstiegs, aber keine Veränderung der Sprungleistung im Countermovement Jump und keine Veränderung der Maximalkraft im isometrischen Mid-Thigh-Pull.

Das ist der ehrliche Rahmen. Du fühlst dich anders, und dieses Gefühl ist real. Ein höheres Maximum entsteht daraus nicht automatisch. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir eine Zahl, die es nicht gibt.

Sicherheit auf einen Blick

  • Nicht für Kinder und Jugendliche.
  • Nicht in der Schwangerschaft.
  • Bei Asthma oder Atemwegserkrankung nur nach ärztlicher Rücksprache. Das National Capital Poison Center rät Betroffenen davon ab.
  • Nie nach einem Schlag auf den Kopf und nie, um eine bewusstlose Person zu wecken.
  • Kein Arzneimittel und nicht zur Anwendung bei gesundheitlichen Beschwerden bestimmt.
  • Die Gefahrenhinweise und die vollständige Kennzeichnung stehen auf der Dose und auf der jeweiligen Produktseite. Lies sie vor der ersten Anwendung.

Welche Stärke passt zur Anwendung

SKULLCRUSH gibt es in drei Stärken: 2/5, 3/5 und 5/5. Sie unterscheiden sich in der Intensität des Reizes. Wenn du Riechsalz noch nie benutzt hast, ist die niedrigste Stärke der vernünftige Einstieg, schon um Abstand und Atemzug in Ruhe zu lernen. Starte mit SKULLCRUSH in Stärke 2/5. Wenn du den Reiz härter willst, gibt es die Stärke 5/5.

Was wir dir dazu nicht sagen können: welche Stärke mehr Leistung bringt. Keine der zitierten Studien hat verschiedene Stärken miteinander verglichen. Der Abstand von 10 bis 15 cm gilt bei uns für jede Variante. Alle Stärken findest du in der Riechsalz Kollektion, 50 g Dosen, von dir aktiviert, Made in Germany.

Quellen

  • McCrory P. "Smelling salts." British Journal of Sports Medicine, 2006, 40(8), 659-660. PMCID: PMC2579444
  • Bender JM, Popkin CA. "Ammonia Inhalants: Use, Misuse, and Role in Sports Performance." Sports Health, 2024, 16(5), 706-710. doi:10.1177/19417381231217341
  • Rogers RR, Beardsley KG, Cumbie PE, Ballmann CG. "Ammonia Inhalants Enhance Psychophysiological Responses and Performance During Repeated High Intensity Exercise." Research Quarterly for Exercise and Sport, 2023, 94(4), 1035-1041. doi:10.1080/02701367.2022.2104447
  • Campbell AK, Williamson CE, Macgregor LJ, Hamilton DL. "Elevated arousal following acute ammonia inhalation is not associated with increased neuromuscular performance." European Journal of Sport Science, 2022, 22(9), 1391-1400. doi:10.1080/17461391.2021.1953150
  • Bartolomei S, Nigro F, Luca G, Gabriele S, Ciacci S, Hoffman JR, Merni F. "Acute effects of ammonia inhalants on strength and power performance in trained men." Journal of Strength and Conditioning Research, 2018, 32(1), 244-247. doi:10.1519/JSC.0000000000002171
  • National Capital Poison Center. "Are smelling salts bad for you?" poison.org